paragleiten - da roots
Ganz zu Beginn meiner
Fliegerkarriere war ich mit meinem Aeronautik-Papst Bäck oft unterwegs, um in
ruhigen Luftmassen zwischen Start und Landung 1-2 Minuten "Flug" genießen zu
können. Wir sind damals mit seinem gelben Ailes de K Maxi (legendärer
Intersport/Eisenhof-Aufdruck) im Kofferraum gelegentlich Richtung Kaiserau/Admont
getuckert. JJ war bei den ersten Versuchen auch noch dabei...
Bei solchen Ausflügen ins Grüne haben wir bis zu 5 mal am Tag die apere Skipiste
erklommen, um mit dem hinten teilweise offenen Großkammern-Segel gleich neben dem Lifthaus wieder zu
landen. Bei einer Gleitzahl (GZ) von 3 auch kein Wunder...
Aufzugs-Wart Sigi hat uns
flughungrige Burschen hie und da auch mal mit seinem
Sphinks von Condor
(DHV 1-2,
GZ 5.5) vom Michelaberg/Haus i. E. fliegen lassen. Von
ihm stammen die legendärsten Anweisungen, die sich bis heute in mein Hirn
einbrannten, wie etwa: "Leg da die Gurten auf die Schuita und dann mit die Händ
unten durschwimman" - gemeint war das Einhängen der Tragegurte in die
Karabiner...
oder so schallte es oft vom Boden bis in luftige Höhen: "Beim Landen schen
über´n Disch fliagn!" - um die Landeeinteilung etwas zu erleichtern...
Er war wirklich ein "Pfundskerl" (~110 kg) - ein echtes Ennstaler Urgestein...
Leider existieren von diesen Sessions keine Bilder, sondern lediglich ein paar kurze Videoschnipsel - vielleicht grab ich sie ja mal...
Bäck hat sich dann einen Edel Superspace 2 gekauft mit dem er dann regelmäßig schon größere Höhenunterschiede bewältigen konnte. So folg er ab Sommer ´96 des Öfteren vom Michelaberg/Haus i.E. und Gampersberger/Liezen. Ich selbst wagte mich nicht an solche Unterfangen, da ich mich ohne Ahnung von Wetter (Turbuenzen, Abwinde, Thermik...) und Extremflug-Zuständen (Klapper, gestallte Flugmanöver...) der "Herausforderung Stromleitung" nicht unbedingt stellen wollte...
Wie man
hier (Bilderserie Sommer ´99) sieht, bin ich
bis Frühjahr 2001 als Gelegenheitspilot von dem einen oder anderen Übungshang von
Flugschulen der Umgebung geflogen - oder eben besser gesagt: "gesprungen".
Eines hat es aber zweifellos gebracht: Die Technik beim Starten und Landen sowie
beim Rückwärtsaufziehen klappte wie am Schnürchen, obwohl die alten Schirme so
ihre Eigenarten hatten, was deren Handling anbelangte.
Gerade deswegen konnte man aber sagen: Wenn man einen der alten "Säcke" starten
kann, kann man alle Schirme starten" - siehe
Galerie
unten...
Damals waren mir Gelegenheits-Sprünge
geschilderter Art genug. Da ich noch viele andere Hobbies und eine Freundin habe, die auf mich bei schönem Wetter
warten ;-), hing ich so über die Saison betrachtet ca. 5 - 10 mal unter dem
Schirm.
Durch den neuen Job von Bäck (vor´m Bett sitzen und beim Fenster aussi schau´n =
LKW-Fahren), war er ab Sommer´2000 praktisch nie mehr für fliegerische
Aktivitäten greifbar, und somit war ich über den Sommer 2000 paragleit-abstinent.
Knapp ein Jahr nach meinem
letzten Flug - im Sommer 2001 also - begann ein gewisser Jörg Stieg in meiner
Abteilung als Dreher und Fräser zu arbeiten. Es stellte sich bald heraus, dass
der gelernte Werkzeugmacher einer der ganz Großen in der regionalen
Gleitschirmszene ist. Bei unzähligen Unterhaltungen über´s Paragleiten ermutigte
er mich schließlich, mit einem seiner Schirme wieder mal die Kaiserau
abzufliegen.
Und das war nicht irgendeine Kappe: Pro-Design Contest 46, Bj. 95, DHV 3 mit
Wettkampfleinen! Mit diesem Gerät belegte er bei der Staatsmeisterschaft ´96
im Mannschaftsbewerb sogar den 3. Platz.
Also gerade das richtige für einen Anfänger wie mich ;-)
Als Jörg mein Schirmhandling sah (schließlich war es das, was ich die letzten
Jahre stets geübt hatte), äußerte er keine weiteren Bedenken und schickte mich
talwärts....
Von da an gibt´s eine Fotoserie
bis hin zur Sonderpilotenprüfung, die alle meine Entwicklungsstadien auch etwas
illustrieren soll.
Zwei Monate darauf hatte ich sämtliche Kurse und somit den heiss ersehnten Sonderpiloten-Schein in der Tasche - oder besser gesagt: im Packsack - und flog wann immer es eine Chance auf thermische Ablösungen gab. Es stellte sich bald heraus, dass die Theorie von der Praxis viel zu oft abweichte bzw. wohl eher mein Flugstil noch weit weg von jeglichem Perfektionismus war. Deswegen auch die Section "Thermikfliegen" weiter unten.