paragleiten - da roots

da roots (1993-2001):

Ganz zu Beginn meiner Fliegerkarriere war ich mit meinem Aeronautik-Papst Bäck oft unterwegs, um in ruhigen Luftmassen zwischen Start und Landung 1-2 Minuten "Flug" genießen zu können. Wir sind damals mit seinem gelben Ailes de K Maxi (legendärer Intersport/Eisenhof-Aufdruck) im Kofferraum gelegentlich Richtung Kaiserau/Admont getuckert. JJ war bei den ersten Versuchen auch noch dabei...
Bei solchen Ausflügen ins Grüne haben wir bis zu 5 mal am Tag die apere Skipiste erklommen, um mit dem hinten teilweise offenen Großkammern-Segel gleich neben dem Lifthaus wieder zu landen. Bei einer Gleitzahl (GZ) von 3 auch kein Wunder...

Aufzugs-Wart Sigi hat uns flughungrige Burschen hie und da auch mal mit seinem Sphinks von Condor (DHV 1-2, GZ 5.5) vom Michelaberg/Haus i. E. fliegen lassen. Von ihm stammen die legendärsten Anweisungen, die sich bis heute in mein Hirn einbrannten, wie etwa: "Leg da die Gurten auf die Schuita und dann mit die Händ unten durschwimman" - gemeint war das Einhängen der Tragegurte in die Karabiner...
oder so schallte es oft vom Boden bis in luftige Höhen: "Beim Landen schen über´n Disch fliagn!" - um die Landeeinteilung etwas zu erleichtern...
Er war wirklich ein "Pfundskerl" (~110 kg) - ein echtes Ennstaler Urgestein...

Leider existieren von diesen Sessions keine Bilder, sondern lediglich ein paar kurze Videoschnipsel - vielleicht grab ich sie ja mal...


Bäck hat sich dann einen Edel Superspace 2 gekauft mit dem er dann regelmäßig schon größere Höhenunterschiede bewältigen konnte. So folg er ab Sommer ´96 des Öfteren vom Michelaberg/Haus i.E. und Gampersberger/Liezen. Ich selbst wagte mich nicht an solche Unterfangen, da ich mich ohne Ahnung von Wetter (Turbuenzen, Abwinde, Thermik...) und Extremflug-Zuständen (Klapper, gestallte Flugmanöver...) der "Herausforderung Stromleitung" nicht unbedingt stellen wollte...

Wie man hier (Bilderserie Sommer ´99) sieht, bin ich bis Frühjahr 2001 als Gelegenheitspilot von dem einen oder anderen Übungshang von Flugschulen der Umgebung geflogen - oder eben besser gesagt: "gesprungen".
Eines hat es aber zweifellos gebracht: Die Technik beim Starten und Landen sowie beim Rückwärtsaufziehen klappte wie am Schnürchen, obwohl die alten Schirme so ihre Eigenarten hatten, was deren Handling anbelangte.
Gerade deswegen konnte man aber sagen: Wenn man einen der alten "Säcke" starten kann, kann man alle Schirme starten" - siehe Galerie unten...

Damals waren mir Gelegenheits-Sprünge geschilderter Art genug. Da ich noch viele andere Hobbies und eine Freundin habe, die auf mich bei schönem Wetter warten ;-), hing ich so über die Saison betrachtet ca. 5 - 10 mal unter dem Schirm.
Durch den neuen Job von Bäck (vor´m Bett sitzen und beim Fenster aussi schau´n = LKW-Fahren), war er ab Sommer´2000  praktisch nie mehr für fliegerische Aktivitäten greifbar, und somit war ich über den Sommer 2000 paragleit-abstinent.


Knapp ein Jahr nach meinem letzten Flug - im Sommer 2001 also - begann ein gewisser Jörg Stieg in meiner Abteilung als Dreher und Fräser zu arbeiten. Es stellte sich bald heraus, dass der gelernte Werkzeugmacher einer der ganz Großen in der regionalen Gleitschirmszene ist. Bei unzähligen Unterhaltungen über´s Paragleiten ermutigte er mich schließlich, mit einem seiner Schirme wieder mal die Kaiserau abzufliegen.
Und das war nicht irgendeine Kappe: Pro-Design Contest 46, Bj. 95, DHV 3 mit Wettkampfleinen! Mit diesem Gerät belegte er bei der Staatsmeisterschaft ´96 im Mannschaftsbewerb sogar den 3. Platz.
Also gerade das richtige für einen Anfänger wie mich ;-)
Als Jörg mein Schirmhandling sah (schließlich war es das, was ich die letzten Jahre stets geübt hatte), äußerte er keine weiteren Bedenken und schickte mich talwärts....
Von da an gibt´s eine Fotoserie bis hin zur Sonderpilotenprüfung, die alle meine Entwicklungsstadien auch etwas illustrieren soll.

Zwei Monate darauf hatte ich sämtliche Kurse und somit den heiss ersehnten Sonderpiloten-Schein in der Tasche - oder besser gesagt: im Packsack - und flog wann immer es eine Chance auf thermische Ablösungen gab. Es stellte sich bald heraus, dass die Theorie von der Praxis viel zu oft abweichte bzw. wohl eher mein Flugstil noch weit weg von jeglichem Perfektionismus war. Deswegen auch die Section "Thermikfliegen" weiter unten.