paragleiten - herbst- & wintersaison 2002/2003
Auch heuer blieb die
thermiklose Zeit nicht ungenützt: Soaring
am Kulm (08.10.2002), Soaring
an der Dachstein-Südwand (14.12.2002), Gleitflug
vom Hochjoch (Schruns, 15.01.2003), Teneriffa
(einwöchiger Gleitschirmurlaub: 24.01.-31.01.2003 ->
separate Seite, da auch Reisebericht).
Auf Vorschau-Bild
klicken, um die Aufnahmen in voller Pracht zu geniessen.
Die Panorama-Bilder haben eine höhere Auflösung, um wenigstens einen
halbwegsen Eindruck vom Erleben der Vogelperspektive zu erlangen - Größe
bis zu 120 kB!
Der Altweibersommer ließ 2002 ganz schön lange auf sich warten. Die Genussflugmöglichkeiten waren dem entsprechend begrenzt und so waren wir schon mit ein bisschen Soaring am Kulm/Bad Mitterndorf zufrieden. Die Windbedingungen waren (fast zu) schwach (15-30 km/h, böig) und waren SW bis W gerichtet. Ein 4'30"-Video von Gassis Soarer gibt's hier zum Download.
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Direkt vom schönsten Zeitvertreib der Welt kommend, machte ich mich an diesem Dienstag Nachmittag auf, um der zweitschönsten Sache der Welt zu frönen: Endlossoaring an einer sonnigen, windexponierten Bergkante. Unweit von Tauplitz bietet der Kulm am Fuße des
Grimmings zu dieser Jahreszeit ein herrliches Herbstpanorama - ideal
also, um mit ein paar Freunden den Hangaufwind zu teilen... |
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Gassi und Hans waren schon
vorort, als ich mich mit meinem alten Pro-Design Contest 42 bergwärts
auf den Weg machte. Ich wollte eigentlich primär den Dünensand der Dune de Pyla (F) mal aus meinem Schirm bekommen, da ich sicher um die 2-3 kg des geriebenen Ballasts mit mir führte - deswegen meine Schrimwahl... |
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Ein Blick vom Kulm ins steir. Salzkammergut Richtung Bad Mitterndorf. Eine stärkere Windphase konnte Gassi zu immer konstanteren Aufziehmanövern nutzen... |
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...Schirm oben, ausgedreht... ...leicht vom Boden abgedrückt... |
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...und ab ging's in die zugige Herbstluft. Nicht wirklich damit gerechnet, dass der mittlerweile auf SW gedrehte Talwind genug Energie inne hatte, einen Piloten länger als einen Moment zu tragen, ging es über dem kleinen Waldstück langsam aber doch konstant aufwärts. |
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Wie das Video zeigt, musste unser bester Adler mitunter ganz schön knapp über den Wipfeln seine Kreise ziehen, nahe dem Strömungsabriss. Aber wenn dieses Spiel einer beherrscht, dann er... |
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...und so kurbelte er Meter für Meter bis er schließlich den Kulm um etwa 15m überhöht hatte. Hans und ich waren beeindruckt von der Flugleistung und der Kulisse, die uns geboten wurde. |
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Nach gut 15 Minuten entschloss sich unser mehrfacher XC-Staatsmeister wieder bei uns Untengebliebenen einzulanden. "Der Wind hatte wieder etwas nachgelassen, aber ein wenig wäre es schon noch gegangen", meinte Gassi trocken zu uns Flügellahmen. Nach Begutachtung und Analyse des aufgenommenen Doku-Materials beschloss auch ich es zu versuchen. |
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Die Sonne stand tief und
die Kamera von Hans hoch - zu hoch. Aufziehen mit dem Contest ja ein Traum. Ausgedreht und ab ging's - wie ein Stein ins Tal: Der Schirm hatte noch immer kiloweise Sand geladen - offensichtlich vorwiegend in der linken Schirmhälfte, die hinten hängen blieb und nur mit großem Körper- und Steuerleineneinsatz zum Geradeausflug gebracht werden konnte. - Wahrscheinlich war das der wahre Grund für dieses Foto ;-) |
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Hans glitt mit seinem Omega 5 schon fast in der Finsternis
ins Tal. Ein Abstecher in die Mitterndorfer Knödelalm
rundete diesen herrlichen Flugnachmittag standesgemäß mit Knödel,
Sauerkraut und Schilchersturm ab.
Soaring an der Dachstein-Südwand - 14.12.2002:
Am Vorabend kontaktierte mich Gassi zwecks Soaring am Krippenstein
(Dachstein, Halleiner Seite). Nachdem der Wind am Samstag auf Süd gedreht
hatte wollten wir unser Flugvorhaben schon abblasen, doch da kam das Gleitschirm-Urgestein
Hannes Schlömmer ins Spiel...
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...denn genau jener ist bei den Dachstein-Seilbahnen im Technik- und Management-Bereich tätig. So verfügt er von seinem hochalpinen Gletscher-Arbeitsplatz aus stets über die aktuellen Wetterwerte und kann so relativ zuverlässige Prognosen zur lokalen Wetterentwicklung geben. Trotz der Ausschreibung an alle Mitglieder via unseren
SMS-Dienst blieb es bei unserer Zweier-Gruppierung. |
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In Hannes' Büro auf
über 2700 Meter Höhe konnten wir uns ein wenig aklimatisieren
und das herrliche Panorama genießen: "Ich hab hier den Ausblick
in Natur, den sich andere als Poster in Ihre Büros kleben"
- und wie Recht er damit hatte... Gerade auf dem Gletscher herrscht von Oktober bis Dezember Hochsaison, was die Vielzahl der Snowboarder eindrucksvoll unter Beweis stellte (viele Boarder von ridehouse.hu gesichtet). |
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Freund Dohle scheint in diesen Höhen jegliche Scheu zu verlieren und gesellte sich nicht nur am Boden des öfteren zu uns. Abgeapert wie Anfang Mai wirkte die gesamte Dachstein-Südwand - nur thermisch ging nix! - abgesehen von ein paar unnötig Stress machenden Bläschen, die den Soaring-Genuss mit kurzen Adrenalin-Schüben immer wieder aufpeppten. |
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Mit dem roten Pfeil ist unser Startplatz gekennzeichnet: Eine Schneewächte, die an diesem Tag fast perfekt in Windrichtung ausgerichtet war - Richtung Süd nämlich. Gestärkt mit Käswurstsemmel und lauwarmem Eistee ging's rauf zur alpinen Startrampe... |
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...entweder merkte ich die Höhenluft sehr stark oder ich war konditionell an diesem Tag etwas angeschlagen (oba des kann sicha net vom Furtgehen kumman, nie! *g*). Das Panorama an diesem Tag war echt ein Genuss - links: Blick ins Ausseerland, rechts: Blick auf Fluggerät zu Füßen des 3000m hohen Dachstein-Gipfels - wird demnächst bei mir als Poster hängen... ;-) |
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Markus Schlömmer (Sohnemann von Hannes und ebenso absolutes Flugtalent - siehe heurige Staatsmeisterschaften) gesellte sich ebenfalls gegen 14.00 Uhr zu uns - Familienidyll auf Vadders Arbeitsplatz - kitschig... Gassi nützte gleich den mittlerweile etwas auffrischenden Wind zu den ersten Soaring-Übungen (Kurzvideo hier downloaden!) |
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Der Wind ermöglichte halbwegs stressfreies Soaren. Hannes hatte angemerkt: einmal mehr als 50 Meter unter der Felskante und Du kannst Dich auf den Abflug in's Tal gefasst machen. Geschätzte Wingeschwindigkeit: 20-25 km/h, Temperatur: -5 Grad. |
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Majestätisch zog Gassi über der Bergstation seine Kreise, was auch mich nicht mehr länger auf dem Schneeboden hielt. Ich erhob mich in die Lüfte und - der Akku meiner Digicam neigte sich dem Ende zu! NEEIIIIN (liegt nicht an Kamera, sondern an meiner Lade-Nachlässigkeit, da ich an diesem Tag nicht mehr an einen Flug glaubte - dumbhead!) Im Formationsflug soarten wir dann bis etwa 16.00 Uhr
den Grat entlang - zu viert hatten wir überhaupt keine Probleme
uns auf etwa 500 Metern nicht in die Quere zu kommen - Gleitschirm-Formationsflug
hat was! *ggg* |
Ich entschied mich - wie Gassi auch - solange noch Sonne war ins Tal abzufliegen und direkt neben unserem Auto zu landen (ca. 20x30 m großes Schneefeld neben Parkplatz). Flug war herrlich entspannend, sogar ein mickriger Thermikschlauch ließ sich mit 0,5 m/s kurbeln! Endlich Zeit für Wingover - im Gegensatz zu den gewohnten Gamper-Flügen. Ein Traum!
Landeeinteilung begann bei mir bereits 200 Meter über Grund - auf fremdem Terrain mit unbekannten Windsystemen und winziger Landefläche wollte ich kein Risiko mehr eingehen. So landeten Gassi und ich ca. 15 Meter neben meinem Benz auf besagtem Schneefeld, womit ich meine Zielpunkt-Landung beim Rottenmanner Adventure-Race erneut bestätigte *g*.
Gleitflug mit ersten Thermikansätzen vom Hochjoch (Schruns/Vlbg.)- 15.01.2003:
Nachdem Vater Staat die Rahmenbedingungen für meine Selbständigkeit
kurzerhand änderte (e-card-Einführung auf 2005 verschoben; siehe job-section),
bin ich seit der 2. Jännerwoche '03 wieder auf Jobsuche. Diese führte
mich über den Wafer-Erzeuger F&K-Delvotec
(Ottobrunn/München) zu diversen Firmen und Personalmanagern in Westösterreich
bzw. Liechtenstein. Trotz der überfallsartigen Anfrage für eine Übernachtungsmöglichkeit
konnten mich die westlichen Ableger des Robé-Clans in ihrem neu gestalteten
4-Sterne-Hotel Apparthotel
Litz noch im Gästezimmer unterbringen. Herzlichen Dank nochmal!
Falls Du in diesem Gebiet fliegerische Aktivitäten planst und noch eine
Bleibe mit top Preis-/Leistungs-Verhältnis suchst, wirst Du bei den Robés
bestens versorgt - allein der urige Sauna- und Wellnessbereich sucht seinesgleichen...
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Alle Termine auf Dienstag vorgezogen, hatte ich mich am Mittwoch morgen bei einem ortsansässigen Gleitschirmflieger über die lokalen Verhältnisse erkundigt. Für diesen Tag gab er bedenkenlos grünes Licht. Die Wetterfrösche hatten eine Höhenströmung aus westlicher Richtung vorhgergesagt, was für diesen Startplatz geradezu ideal ist. Mit der Hochjoch-Bahn (Link mit Wetterwerten und Webcam) gings um € 6,20 (Paragleiter-Preis) rauf zum... |
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...Kapell.
Auf 1.855m war es um 11.00 Uhr bereits merklich wärmer als im noch
teils nebeligen Tal - klassiche Inversionslage. Mit skurrilen Mini-FiGls,
die nur für das SesselbahnFAHREN (!) verwendet werden mussten,
ging's dann weiter zum Startplatz neben der Wormser Hütte auf ca.
2.250m. Der eine Liftwart gab sie einem vor dem Einstieg in den Sessellift - oben angekommen nahm sie der zweite wieder ab - wahrscheinlich, damit man die Fußabtreter nicht schmutzig macht *g* - komische Sitten bei den Gsi-bergern; aber was solls. Dafür waren die FiGls gratis - also n.p. |
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Oben am Startplatz war von den prognostizierten 20-30 km/h Windgeschwindigkeit überhaupt nichts zu merken - der Windsack (siehe rechtes Foto) hing meist unmotiviert nach unten - und zappelte nur leicht durch gelegentliche Ablösen von Tal herauf... Der Fußmarsch zum Startplatz war durch die verwehten Schneefelder von so manchen hüfttiefen Einbrüchen geprägt - gut, dass man nur 20 kg am Buckel hat *g* |
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Zum Startplatz hatte sich bereits der Phoenix-Mitarbeiter Ralf Koke aus Köln hochgekämpft und bereits eine "Start-Autobahn" Richtung Tal ausgetreten. Von hier oben hat man wirklich den gesamten Überblick über das Montafon - und überall nur Berge, die das Fliegen bei thermischen Bedingungen sicherlich zum wahren Hochgenuss mutieren lassen - einfach überwältigend... |
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Links der Kapell-Wirt aus luftiger Höhe mit Blick Richtung NW (Schruns, Tschagguns und Vandans). Rechts die Vandanser Steinwand mit ihrer höchsten Erhebung, dem Zimba, in 2643m. |
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Das Linke Foto war der Lucky-Shot des gesamten Tages: Zwei mal bin ich ins Tal gestartet - beim Ersten Start gegen 12.10 Uhr war mit Thermik noch überhaupt nichts - so nützte ich die ruhigen Bedingungen, um wieder ein bisschen Extrem-Feeling für den Schirm zu bekommen. Bei der Idee, während der Steilspirale einfach mal die Kamera
mitlaufen zu lassen kamen dieses tolle Video
(852 kB; Steilspirale mit abgespeicherten -12.3 m/s Sinkrate!) und
eben diese 3 coolen Shots zustande. Das linke Bild (Blick Richtung
Wormser Hütte) habe ich in Poster-Qualität auf den Server
geuppt (257 kB) - zum Ausdrucken für den Schreibtisch... |
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Links ein Blick Richtung Rätikon und nocheinmal ein Blick Richtung
Vandans mit Schwerpunkt Schruns - vom zweiten Flug, bei dem es bereits
zu dieser Jahreszeit wieder thermisch ging: Mein Kurbelerfolg war zwar mäßig, aber doch Balsam auf die thermikhungrige Seele: eine Liftsäule habe ich "ausgekurbelt" und sie um ca. 20m wieder überhöht, bevor ich das zarte und unzuverlässige Bärtchen wieder verlor. |
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Links noch eine gelungene Gegenlicht-Aufnahme - *merkt ma eigentlich, dass mir mei Schirm vui guat gfoit?* - meines linken "Schirm-Ohrs"... Zurück im Tal und noch nicht mal geduscht, wurde ich schon wieder herzlich von der Verwandtschaft in Empfang genommen: "Wenn da Bua scho den ganzen Tag an der frischen Luft is, soll er wenigstens net verhungern..." Mein Onkel Rudi - zusammen mit seiner Frau Gisella: die gute Seele des Hauses. |
Ein riesiges Danke nochmal an Astrid & Marcel, Gisella & Rudi, sowie Daniela Robé für die tolle Gastfreundschaft während dieser 2 Tage!
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